Genossenschaft
dreieck

Ausgangssituation

Die meisten Häuser waren bei der Übernahme durch die Genossenschaft 1995 in einem desolaten Zustand. Da die Gebäude als Abbruchobjekte galten, waren über Jahrzehnte hinweg keine Unterhaltsarbeiten ausgeführt worden. Zwei Drittel der Wohnungen verfügten zudem weder über Badezimmer noch Zentralheizungen. Sowohl die Gebäudehüllen als auch viele Oberflächen im Innern mussten grundlegend erneuert und die technischen Installationen ersetzt werden.

 

Vier Planungsteams
Mit Planung und Bauleitung wurden die Architekturbüros beauftragt, die bereits 1990 zusammen mit dem BewohnerInnenverein das Renovationskonzept erarbeitet hatten:

Albers+Cerliani Architekten : Ankerstrasse 12–16
arc Architekten AG: Hofgebäude/Gartenhofstr. 31
Architekturgen. Bauplan: Zweierstrasse 48/56
Fahrländer+Fries Arch.: Ankerstrasse 6/20/Zweierstr. 42
architektur+landschaft: Umgebung

 

Konzept

Ziel der Sanierung war eine erhaltende Erneuerung: trotz Komfortanpassungen blieben falls möglich, Gebäudestruktur und Grundrisse, aber auch Ausbauelemente wie Türen, Täfer und Bodenbeläge erhalten. Wo Modernisierungen wie z.B. der Einbau eines Badezimmers nötig waren, wurden auf das Haus angepasste, den Charakter der Wohnungen nicht beeinträchtigende Lösungen gesucht. Zum Sanierungskonzept gehörten auch die Beteiligung der Bewohnerschaft bei der Planung und ökologische Massnahmen wie die zentrale, erneuerbare Energien nutzende Wärmeerzeugung.


Die Bauhütte

Von Beginn der Renovationsarbeiten im Januar 1997 bis zum Abschluss im Frühjahr 2000 unterhielt die Genossenschaft ein eigenes kleines Baugeschäft: die Bauhütte. über 30 BauhandwerkerInnen und Arbeitsuchende aus dem Dreieck und Umgebung arbeiteten in den drei Jahren bei der Bauhütte mit grossem Interesse und Einsatz mit. Dadurch konnten nicht nur in einer schwierigen Zeit Arbeitsstellen vor Ort geschaffen werden; die Mitarbeit an der Sanierung der eigenen Häuser bildete in einer ganz direkten Weise den Boden für Partizipation und Integration.

Daten

Bauzeit:

Januar 1997 – Juni 2000

 

Kosten:

Renovationen 9.34 Mio Franken
Allgemeine Kosten 1.26 Mio Franken
Total 10.6 Mio Mio Franken

 

Mieten pro Monat (4-Zimmer-Wohnung., 80 m2):
vor Renovation ca. Fr. 700.–

nach Renovation ca. Fr. 1400.–

 

Ankerstrasse 11
Als die Liegenschaft an der Ankerstrasse 11 im Jahre 2002 von ihrer früheren Besitzerin zum Verkauf angeboten wurde, bekundeten die Hells Angels, welche bis anhin Mieter des Restaurants und einer Wohnung waren, Interesse. Dank finanzieller Unterstützung der Stadt Zürich aus dem Budget des Projekts «Langstrasse Plus», einem grösseren Privatdarlehen und dem Beitrag einer befreundeten Genossenschaft konnte das Dreieck dies verhindern und die Liegenschaft im Jahre 2003 erwerben. Der schweizerische Verband für Wohnungswesen SVW beteiligte sich in Form eines äusserst günstigen Darlehens an der längst überfälligen Erneuerung.
Die Kernbereiche der Wohnungen wurden umgebaut und mit neuen Bädern, Toiletten und Küchen versehen. Die restlichen Bereiche wurden sanft renoviert. Das vorher als Restaurant genutzte Erdgeschoss wurde zum Ladenlokal umgebaut.

 

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